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11. ESBRA Kongress
Auf Bitten des Hauptorganisators, der Charité Universitätsmedizin Berlin, ist die WAKS Mitorganisator des 11. ESBRA Kongresses, der vom 23. ­ 26. September 2007 in Berlin stattfindet. Die ESBRA beschäftigt sich mit der biomedizinischen Untersuchung des Alkoholismus. Von seiten der WAKS sind im Vorbereitungsgremium Herr Prof. Dr. Martin Driessen und Herr Dr. Günther Wienberg vertreten. In einem weiteren Symposium wird die Arbeit der deutschen Suchtakademien vorgestellt. Frau Doris Sarrazin wird als Vorstandsvorsitzende voraussichtlich an einer internationalen Veranstaltung für Lehrer und Schüler zum Thema ´Schule und Alkohol´ beteiligt sein. Eine Vorankündigung finden Sie hier.

Klausurtagung
Am 13. Februar fand die diesjährige Klausurtagung der Mitglieder der WAKS statt. Schwerpunktthema war die Evidenzbasierte Medizin, die in den letzten Jahren auch im Suchtbereich zunehmend an Bedeutung gewonnen hat. Mit dem Titel ´Wie evident ist die Evidenzbasierung?´ hielt Herr Prof. Jürgen Kriz einen Einführungsvortrag, der vor überhöhten Erwartung an die Evidenz warnte und die kritischen Eckpunkte aufzeigte. Eine angeregte Diskussion schloss sich seinem Beitrag an. Der Aufsatz kann hier herunter geladen werden.
Herr Prof. Kriz hat seit 1999 an der Universität Osnabrück einen Lehrstuhl im Fachbereich Psychologie in ´Psychotherapie und Klinische Psychologie´. Von 1974 ­ 1999 war er ebenfalls an der Universität Osnabrück im Fachbereich Sozialwissenschaften Lehrstuhlinhaber in ´Empirische Sozialforschung und Statistik und ihre wissenschaftstheoretische Grundlagen´. Er ist Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat Psychotherapie.

Möglichkeiten und Grenzen ambulanter Langzeittherapie
Vor 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus Alkohol-Selbsthilfegruppen des östlichen Ruhrgebietes hielt Herr PD Dr. med. Gerhard Reymann am 23.05.2006 einen Vortrag zu ambulanter Entwöhnung. Dabei stellte er neben der klassischen ambulanten Rehabilitation insbesondere das neuere ganztägig ambulante Setting vor. Dieses ist besonders geeignet, wenn die Abhängigkeitserkrankung so schwer ist, dass eine einmal wöchentliche Behandlung voraussichtlich nicht ausreicht, um die Abstinenz zu sichern.

Die Erfahrungen aus Dortmund und Iserlohn zeigen, dass insbesondere Frauen von dem ganztägig ambulanten Rehabilitationssetting profitieren: Sie können einerseits eine intensive Therapie in Anspruch nehmen, gleichzeitig jedoch ihren Verpflichtungen, z. B. gegenüber eigenen Kindern nachkommen.

In der anschließenden lebhaften Diskussion wurde deutlich, dass auch nach primär indizierter vollstationärer medizinischer Rehabilitation ein übergang in das ganztägig ambulante oder in das klassische ambulante Setting oft sinnvoll ist.


Unter dem Titel: "Brauchen wir Gender in der Suchthilfe?" fand in der Fachhochschule Münster ein Fachtag organisiert von Frau Prof. Dr. Christel Zenker statt. Ca. 50 Fachkräfte aus verschiedenen Bereichen der Suchthilfe waren der Einladung gefolgt. Nach einem einführenden Vortrag von Frau Prof. Zenker wurde in drei Arbeitsgruppen über die Umsetzung von Gender in der ambulanten und stationären Suchthilfe sowie der Prävention diskutiert. Dabei zeigte sich einerseits die Notwendigkeit, die unterschiedlichen gesellschaftlichen Situationen von Männern und Frauen in den Blick zu nehmen, aber auch die Schwierigkeiten die damit verbunden sind. Deutlich wurde, dass die Beschäftigung mit dem Thema immer auch eine sehr persönliche Auseinandersetzung erforderlich macht.

Beitrag von Frau Prof. Zenker
Arbeitsgruppenergebnisse